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Date

25.08.2026

Category

News

Author

Benjamin Reichenecker

#Insights

Wie PartsOS Forecast entscheidet, welche Teile ein Planer wirklich prüfen mus

Ein Planungszyklus kann tausend Prognosen enthalten. Wie das System automatisch sortiert, was sofort freigegeben werden kann, was warten darf, und was tatsächlich einen Blick braucht.

Wie PartsOS Forecast entscheidet, welche Teile ein Planer wirklich prüfen mus

Wonach wird eine Prognose bewertet?

PartsOS Forecast bewertet jede einzelne Prognose anhand von fünf Größen. Die wichtigste ist die Trustworthiness (der PC-Index), wie viele Euro die gewählte Methode im Rückblick von einer perfekten Prognose entfernt gelegen hätte (dazu mehr im vorherigen Artikel).

Daneben zählen: wie stark die Prognose vom bisherigen Verbrauch abweicht, wie viele Zyklen der aktuelle Bestand noch abdeckt, wie lange das ERP anhand dieser Zahl einkauft, bevor der nächste Review kommt, und wie viel davon auf eigenen Annahmen statt auf echten Kundendaten beruht.

Jede dieser Größen für sich beantwortet eine andere Frage:

Wie stark weicht die Prognose ab? Eine Pumpe, die seit Monaten 10 Stück im Monat verkauft, wird jetzt mit 11 Stück prognostiziert. Das ist keine Nachricht. Dieselbe Pumpe mit 25 prognostiziert: Das ist ein großer Sprung nach oben und in Euro spürbar. Genauso ein Sprung auf 4, nur in die andere Richtung, und genauso prüfenswert.

Wie viel Zeit bleibt noch? Zwei Teile mit identischer Prognose und identischem Wert; eines hat acht Monate Bestand im Lager und wird alle drei Monate überprüft; es kann bis zum nächsten Zyklus warten. Das andere ist fast leer, es kann nicht warten.

Wie lange kauft das ERP danach? Eine Dichtung mit zwei Wochen Lieferzeit ist bei einem Drei-Monats-Zyklus nach etwa dreieinhalb Monaten wieder korrigierbar. Ein Gussteil mit acht Monaten Lieferzeit bindet dieselbe Prognose für elf Monate. Liegen beide Prognosen um 40 % zu hoch, wird die Dichtung beim nächsten Review korrigiert; das Gussteil ist da schon fast ein Jahr lang eingekauft worden.

Wie sortiert das System diese Informationen für den Planer?

Aus den fünf Größen entsteht automatisch eine von vier Kategorien pro Teil. In der Praxis fallen in einem typischen Zyklus von rund tausend Prognosen nur wenige Dutzend in „Prüfen", einige hundert verteilen sich auf „Einzeln kontrollieren" und „Gesammelt freigeben", der Rest wartet. Innerhalb jeder Kategorie stehen die auffälligsten Prognosen oben; ein Planer arbeitet von oben nach unten und hört auf, sobald sich die weitere Prüfung nicht mehr lohnt.

  • Klärfälle

    Wenn sich etwas an der Prognose nicht allein aus den Daten klären lässt.

  • Einzelfreigaben

    Wenn die Zahl plausibel ist, aber der Betrag relevant genug ist, um kurz draufzuschauen.

  • Sammelfreigaben

    Wenn nichts dagegenspricht, lassen sich alle diese Prognosen in einem Klick zusammen freigeben.

  • Niedrige Priorität

    Kann warten, wenn der Bestand über diesen Zyklus hinausreicht.

Was sieht ein Planer, wenn er sich einloggt?

Die Startseite beantwortet direkt, was zu tun ist:

Wie viele Prognosen ein Urteil brauchen, wie viele bereit zum Versand sind, wie viele warten können und wann sie zurückkommen, wann der letzte Upload war und ob der nächste ansteht, und eine Portfolio-Kennzahl, wie viel zusätzlicher Gewinn die bisher freigegebenen Prognosen gegenüber der alten Planungsmethode erwirtschaften. In der Seitenleiste läuft parallel ein Live-Zähler pro Kategorie mit, damit die Größe der offenen Arbeit von überall im System sichtbar bleibt.

Wie trifft ein Planer die eigentliche Entscheidung?

In der Prognoseliste lässt sich nach Kategorie und Status filtern, nach Teilenummer suchen und nach Status, Abweichung oder Teilecode sortieren, auch bei einem vollen Zyklus. Bereits entschiedene Zeilen verschwinden nicht, sie bleiben sichtbar, unten in der Liste, damit ein Planer, der über mehrere Tage arbeitet, seinen Platz nicht verliert. Entscheiden lässt sich direkt aus der Zeile heraus, freigeben, ablehnen mit Begründung, zurückstellen oder rückgängig machen, für ein einzelnes Teil oder für eine ganze gefilterte Auswahl auf einmal. Jede Entscheidung wird mit Zeitpunkt und Person protokolliert. Für Teile, die eine echte Prüfung brauchen, gibt es eine eigene Detailseite: der Verlauf, das freizugebende Fenster, verkaufte gegen prognostizierte Menge und wie die gewählte Methode historisch abgeschnitten hat, alles auf einem Bildschirm, gebaut für die Entscheidung, nicht zum bloßen Nachschlagen.

Kann ein Planer eine Prognose von Hand ändern?

Ja, auf zwei Arten.

Ein Planer weiß manchmal etwas, das im Verlauf noch nicht sichtbar ist: Ein Kunde verschrottet im September eine ganze Maschinenflotte, die zugehörigen Ersatzteile werden danach schlicht nicht mehr gebraucht. Die Prognose sagt trotzdem weiterhin 30 Stück im Monat, weil in der Verkaufshistorie bisher nichts passiert ist. Der Planer tippt auf September und trägt 0 ein, dann für die Folgemonate genauso. Das sind jetzt die Zahlen, die ans ERP gehen, und wenn der nächste Lauf wieder 30 vorschlägt, bleiben die Nullen bestehen, sie kommen nicht heimlich zurück. Die zweite Art ist für den anderen Fall gedacht: Ein Planer, der die gesamte Prognose für zu optimistisch hält, zieht die komplette Kurve um 20 % nach unten, in einer Aktion, ohne die Form zu verändern. Das rechnet immer gegen die ursprüngliche Zahl, es summiert sich nicht auf, und eine Rückstellung auf 0 % stellt genau das wieder her, was das System ursprünglich berechnet hat.

Wie weit im Voraus wird freigegeben?

Beim Freigeben gibt es zwei Optionen:

Nur so weit veröffentlichen, wie der nächste Review noch korrigieren kann, also das eigene Zeitfenster jedes Teils, oder gleich den vollen Prognosehorizont freigeben. Ein vorsichtiger Planer veröffentlicht nur die nahe Zukunft, liegt eine Prognose falsch, sieht er es beim nächsten Review und kann noch gegensteuern, bevor das ERP zu viel vom Falschen eingekauft hat. Ein Planer, der den Zahlen vertraut, gibt gleich das ganze Jahr frei, dann hat das ERP das vollständige Bild und niemand muss jedes Quartal erneut ran. Die Prognose selbst ist in beiden Fällen identisch, der Unterschied ist nur, wie viel davon das ERP schon jetzt umsetzen darf.

Fazit

Der eigentliche Wert liegt nicht darin, dass PartsOS Forecast tausend Prognosen erstellt, jedes System kann das. Der Wert liegt darin, dass ein Planer am Ende des Tages genau weiß, welche Handvoll davon seine Zeit tatsächlich wert war.

FAQ

  • Muss ein Planer jede Prognose einzeln prüfen?

    Nein. PartsOS Forecast sortiert jede Prognose automatisch in eine von vier Kategorien: Prüfen, Einzeln kontrollieren, Gesammelt freigeben oder Kann warten. Der Großteil eines typischen Zyklus fällt in die letzten beiden Kategorien.

  • Wonach entscheidet das System, welche Kategorie ein Teil bekommt?

    Nach fünf Größen: der Trustworthiness (dem PC-Index), der Abweichung vom bisherigen Verbrauch, der verbleibenden Bestandsreichweite, dem Zeitraum, für den das ERP anhand dieser Prognose einkauft, und dem Anteil eigener Annahmen an der Berechnung.

  • Kann ein Planer eine Prognose manuell überschreiben?

    Ja, auf zwei Arten: eine einzelne Periode direkt auf einen bestimmten Wert setzen (zum Beispiel 0, wenn ein Kunde eine Maschinenflotte verschrottet) oder die gesamte Kurve um einen Prozentsatz verschieben. Beide Änderungen bleiben bestehen, bis sie manuell zurückgesetzt werden.

  • Muss ich immer den vollen Prognosehorizont freigeben?

    Nein. Sie können nur so weit freigeben, wie der nächste Review noch korrigieren kann, oder gleich den vollen Horizont. Die Prognose bleibt gleich, nur wie viel davon das ERP umsetzen darf, ändert sich.

  • Was passiert mit bereits entschiedenen Prognosen in der Liste?

    Sie bleiben sichtbar, am unteren Ende der Liste, statt zu verschwinden, damit ein Planer, der über mehrere Tage arbeitet, seinen Überblick behält.